Problematik: Wasserverschmutzung in unseren Gewässern

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der Flüsse sind nicht in einem guten oder sehr guten Zustand 1

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des Abwassers an ist ungefiltertes Kühlwasser von Industrie, Bergbau und Energieversorgern fließt direkt in die Flüsse 3

%

unseres Trinkwassers stammt direkt oder indirekt aus Oberflächengewässern 5

Warum sauberes Wasser uns alle angeht

Wasser ist unsere Lebensgrundlage – für Mensch, Tier und Umwelt. Doch die Qualität unserer Flüsse und Bäche ist vielerorts alarmierend. Laut Umweltbundesamt befanden sich 2021 nur 8 % der deutschen Fließgewässer in einem „guten“ oder „sehr guten“ ökologischen Zustand. Dabei sollte laut EU-Wasserrahmenrichtlinie bereits bis 2021 das Ziel von 100% mindestens „gutem“ Zustand erreicht sein – nun ist 2027 das neue Ziel. Doch es bleibt viel zu tun. 1

Was unser Wasser belastet

Diese Belastungen gefährden nicht nur Fische, Vögel und andere Wasserbewohner, sondern wirken sich auch auf uns Menschen aus – direkt über Trinkwasser oder indirekt über die Nahrungskette. Unsere Gewässer leiden unter einer Vielzahl von Belastungen: 3, 5, 7
  • Nährstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft (z. B. Gülle und Dünger)
  • Pflanzenschutzmittel, die ins Wasser gelangen
  • Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium oder Blei – Rückstände aus Industrie, Altbergbau oder Kläranlagen
  • Industriechemikalien wie PFAS, sogenannte „Ewigkeitschemikalien“, die sich kaum abbauen und sich im Wasser und in Lebewesen anreichern
  • Mikroplastik, Arzneimittelreste und Haushaltschemikalien, die über Abwasser in unsere Flüsse gelangen
  • Bauliche Veränderungen an Flüssen (Begradigungen, Wehre), die natürliche Fließstrukturen zerstören und die ökologische Durchgängigkeit unterbrechen
  • Kühlwassereinleitungen, die Flüsse aufheizen und Chemikalien enthalten können
Ökologische Landwirtschaft, Renaturierung, Anwendungsverbote für Chemikalien und effektive Abwasserklärung schützen Gewässer nachhaltig

»Wasseratlas Infografik: Ganz schön viel auf einmal« Abbildung: STOCKMAR+WALTER 6

Die Oker: Ein Fluss mit Geschichte – und mit Altlasten

Die Oker fließt mitten durch Braunschweig und ist ein zentraler Teil unserer Stadt. Doch ihre Wasserqualität leidet bis heute unter den Folgen des historischen Bergbaus im Harz. Jahrzehntelang gelangten Schwermetalle wie Zink, Kupfer, Arsen und Quecksilber aus alten Bergwerksstollen in die Gewässer. Noch immer finden sich diese Stoffe in den Sedimenten – und damit im ökologischen Kreislauf.

Zudem tragen Einleitungen aus Kläranlagen, Regenwasserüberläufen und der Industrie zur Belastung bei. Untersuchungen zeigen: Auch in der Oker werden regelmäßig Umweltqualitätsnormen überschritten.

Wasserverschmutzung betrifft uns alle

Rund 30 % des Trinkwassers in Deutschland stammt direkt oder indirekt aus Oberflächengewässern – also aus Seen, Talsperren oder Flüssen wie der Oker. 5 Die Qualität dieser Gewässer ist also nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein gesundheitliches und gesellschaftliches Thema.

Laut einer repräsentativen Umfrage der Heinrich Böll Stiftung wünschen sich 87 % der Menschen in Deutschland mehr gesellschaftliches Engagement für den Schutz unserer Wasserressourcen. Gleichzeitig wird Wasserschutz im Alltag oft von anderen Themen verdrängt. 8

Was wir tun – und wie du helfen kannst

Mit dem Projekt Waterguardian möchten wir die Wasserqualität der Oker untersuchen und verbessern:

  • Wir nehmen regelmäßig Wasser- und Sedimentproben
  • Wir entwickeln Messbojen zur kontinuierlichen Überwachung
  • Wir erklären Zusammenhänge verständlich und transparent
  • Wir bieten Workshops, Infoveranstaltungen und Mitmachaktionen für die Öffentlichkeit

Mach mit! Ob als Bürgerwissenschaftlerin bei einer Probenahme oder als Unterstützerin per Spende – jeder Beitrag hilft, die Wasserqualität in Braunschweig zu schützen.

Häufige Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität

Warum ist die Überwachung der Wasserqualität von entscheidender Bedeutung?

Die Überwachung der Wasserqualität ist entscheidend, um sicheres Trinkwasser zu gewährleisten, aquatische Ökosysteme zu schützen und Gesundheitsrisiken, die mit Schadstoffen verbunden sind, vorzubeugen.

Welche Arten von Schadstoffen werden überwacht?

Wir überwachen verschiedene Schadstoffe, darunter Schwermetalle, Mikroplastik und Nährstoffüberlastungen, die sowohl die menschliche Gesundheit als auch die Umwelt gefährden können.

Wie sammelt Waterguardian Daten?

Wir verwenden Open-Source-Sensoren und Bojen, um Echtzeitdaten zur Wasserqualität zu erfassen, die anschließend in unserer interaktiven Karte visualisiert werden.

Kann ich an der Datensammlung teilnehmen?

Ja, wir fördern das Engagement der Gemeinschaft durch Bürgerwissenschaftsinitiativen, die es Einzelnen ermöglichen, Wasserproben zu sammeln und zu unserer Forschung beizutragen.

Wie genau sind die gesammelten Daten?

Unsere Sensoren sind auf Industriestandards kalibriert, was eine hohe Genauigkeit der gesammelten Daten gewährleistet, die regelmäßig von Fachleuten validiert werden.

Sind die Daten für die öffentliche Nutzung verfügbar?

Ja, alle gesammelten Daten sind Open Source und können über unsere Plattform für persönliche Recherchen oder Bildungszwecke abgerufen werden.

Wie kann ich über die aktuellen Trends der Wasserqualität informiert bleiben?

Abonniere unseren Newsletter oder folge uns in den sozialen Medien, um die neuesten Informationen zu Trends in der Wasserqualität und Entwicklungen unserer Projekte zu erhalten.

Welchen Einfluss hat industrielle Verschmutzung auf die Wasserqualität?

Industrielle Verschmutzung kann schädliche Chemikalien und Schwermetalle in Gewässer einbringen, wodurch die Wasserqualität erheblich beeinträchtigt und das aquatische Leben negativ beeinflusst wird.